Hier mal eines meiner Beispiele,wie aus meinem Gedicht,meine Geschichte wurde.Einige der User werden das Gedicht als solches vielleicht noch kennen:
Im Kerzenschein
Im flackernd Kerzenlicht
Rückten eng zusammen sie
Hockten dicht an dicht
Angstvoll wie noch nie
Leises Flüstern schwebt
Durch den kleinen Raum
So mancher zitternd bebt
In angstvoll drückend Traum
Manch einer betet leise
Und hofft auf neuen Tag
Geht im Traum auf Reise
Die niemals enden mag
Verloren manch geliebtes Kind
Im braunen Sturm verweht
Und wo nur manche Eltern sind
Ein Schmerz der nie vergeht
Im letzten Kerzenschein
Liegt nackte Angst und Wut
Man möchte lauthals schreien
Wird überrollt von brauner Flut
Am Ende bleibt man stumm
Und dunkel wird der Raum
Die nackte Angst geht um
Gelebt wird nur im Traum
Doch bleibt ein Hoffnungslicht
In manch´ Herz bestehen
Vergisst die Freunde nicht
Die zu ihnen stehen
Im Kerzenschein
Kerzenschein, ja er ist für viele der Inbegriff der romantischen Stunden zu zweit.
Oder für die, die sich Christen nennen, eben das Zeichen für die Zeit, in der intensiver über den jungen Mann gesprochen wird, der damals geboren wurde.
Ach, es wundert euch, dass ich weiß, was Weihnachten ist?
Ich bitte euch, Jesus war Jude wie ich. Da werde ich wohl wissen, wann er geboren wurde.
Zurück zur Kerze.Spendet Licht, verbreitet eine ganz eignen Stimmung und im Notfall ersetzt sie die Elektrizität. Man sollte immer welche im Haus haben, kann ja sein, das der Strom mal wieder ausfällt.
Ich würde wohl eher im dunklen sitzen und warten.
Ich zünde Kerzen nicht mehr wirklich gerne an, wenn es nicht zu vermeiden ist.
Zu sehr drängt sich wieder dieses Bild in meinen Kopf.
Dort habe ich es versucht zu begraben, aber es lässt sich nicht wirklich so verstecken, dass ich es nicht wieder sehen könnte.
Dieser Raum, den ich vor so vielen Jahren das erste Mal sah, dieser Raum war dunkel.
Und wenn überhaupt, flackerte nur eine kleine Kerze.Überall wuchsen unheimliche Schatten aus den Wänden und alle schienen nach mir zu greifen.
Nun ja, ich war damals ein kleines Mädchen, vielleicht fünf Jahre alt.Da wird noch viel von der Phantasie zum Leben erweckt.
Phantasie war es aber nicht, dass wir in diesem Raum saßen.
Still mussten wir sein und Licht gab es nur, wenn wir essen wollten oder den Eimer suchten.
Ihr wisst schon, unsere Toilette eben.
Dann wurde eine kleine Kerze angezündet, die mit flackernden Licht eher mehr Schatten erzeugte, als Licht zu spenden.
Aber es reichte gerade, um zu erkennen, das Stück Brot wurde von Tag zu Tag kleiner, der Eimer dagegen...
In manchen Stunden durfte selbst diese kleine Kerze nicht angezündet werden.
Wir hielten den Atem an, während über uns Stiefel polterten.
Man sah nichts, die Bodenbretter waren wirklich gut abgedeckt, der Eingang zu unserem Asyl war akribisch getarnt. Nein, sehen konnte man nichts, aber hören...
Und die Laute waren zugleich Bilder.
Es war nicht so schwer, dort zu sitzen und leise zu sein.Wir Kinder empfanden es wohl zu Beginn noch als Spiel.
Doch auch uns wurde klar, es war mehr als nur ernst, es war todernst.
Als unsere Freunde, die mit dem reinen arischen Blut, vor unseren Ohren geschlagen wurden, musste mehr als einmal der eine oder andere von uns festgehalten werden.
Hände pressten sich auf Münder und auf Ohren. Nur nichts sagen, nicht schreien..sollte die Mühe, die Qual, die unsere Freunde erlitten, denn umsonst gewesen sein...
Ich kann mich an die Einzelheiten dieser Zeit nicht in allen Details erinnern, die vielen verschiedenen Verstecke, die Fahrten bei Nacht, die Angst, die Sorge um die, die wir verloren hatten auf unserer Flucht.
Heute, heute erinnere ich mich an kaum etwas so deutlich, wie an den Kerzenschein.
Und in dessen flackernden Licht die Gesichter unserer Freunde...die ihr Leben ließen für uns.
Heute, ja heute, lebe ich wieder hier in Deutschland. Ihr fragt warum?
Es war und ist meine Heimat, hier leben Freunde und starben Freunde von mir.
Für uns, mit uns.
